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Österreichische Versicherungen werden zu Kreditgebern


Wenn es um die Aufnahme eines Kredites geht, wendet man sich üblicherweise an die Bank des eigenen Vertrauens und wird dort vorstellig, um das jeweilige Finanzierungsvorhaben mit dem Institut zu erörtern. Das Kreditgeschäft ist schließlich einer der zentralen Bereiche in der Tätigkeit einer Bank. Nichtsdestotrotz sind Banken nicht die einzigen Stellen, mit deren Hilfe sich ein Finanzierungswunsch verwirklichen lässt. Einem aktuellen Bericht von „vorarlbergernachrichten.at“ zufolge sollen nun auch österreichische Versicherungen ins Kreditgeschäft einsteigen können. Verbraucher sollten künftig also nicht nur die Kredit-Angebote verschiedener Banken vergleichen, sondern sich auch bei den Versicherungen nach attraktiven Konditionen für eine Finanzierung erkundigen.

Finanzmarktaufsicht will Vergabe von Krediten durch Versicherungen ermöglichen

Die österreichische Finanzmarktaufsicht, kurz FMA, hat laut „vorarlbergernachrichten.at“ unlängst einen Entwurf für eine Novelle zur Kapitalanlageverordnung vorgestellt, der sich nun in der Begutachtung befindet. Hierdurch soll es Versicherungskonzernen ermöglicht werden, langfristige Kredite direkt an Unternehmen zu vergeben. Im Allgemeinen besteht zwar schon jetzt die Möglichkeit dazu, doch durch die Novelle sollen diesbezüglich lockerere Regeln gelten. Künftig sollen für die Vergabe von Unternehmenskrediten durch Versicherungen keine besonderen Sicherheiten mehr erforderlich sein. Bisher konnten Versicherungen hohe Kredite nur an Unternehmen mit exzellenter Bonität vergeben. Weiterhin ist es den Versicherungen untersagt, Kredite in Höhe von mehr als fünf Prozent der versicherungstechnischen Rückstellungen zu vergeben. Darüber hinaus darf ein einzelnes Darlehen maximal zwei Prozent dieser Rückstellungen betragen.

Auf „vorarlbergernachrichten.de“ ist zu lesen, dass die österreichischen Versicherungen den Entwurf für eine Novelle zur Kapitalanlageverordnung begrüßen. Wie die Banken dazu stehen, ist bisher nicht bekannt. Klaus Kumpfmüller und Helmut Ettl setzen als Vorstände der Finanzmarktaufsicht große Hoffnungen in diese Neuregelung und hoffen laut „vorarlbergernachrichten.at“ auf ein Investitionsvolumen in Höhe von etwa 4,2 Milliarden Euro. Auf diese Art und Weise würde der österreichischen Wirtschaft durch die Kredite zusätzliches Kapital für Investitionen zur Verfügung stehen.