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Niedrigzinsen setzen der österreichischen Versicherungswirtschaft zu


Auf Konsumenten wirkt das nach wie vor niedrige Zinsniveau zunächst erst einmal positiv, schließlich fallen die Kosten für Kredite somit geringer aus. Wer allerdings zu den fleißigen Sparern des Landes gehört und nach einer sicheren und zugleich attraktiv verzinsten Anlagemöglichkeit für sein Vermögen sucht, kann angesichts der anhaltenden Niedrigzinsen nur stöhnen. Klassische Sparanlagen, wie zum Beispiel das altbewährte Sparbuch bringen keine nennenswerte Rendite mehr und lohnen sich daher immer häufiger nicht mehr. Neben den Sparern leidet unter anderem auch die Versicherungswirtschaft in Österreich unter der gegenwärtigen Situation.

Finanzmarktaufsicht setzt Versicherer unter Druck

Wie auf „nachrichten.at“ zu lesen ist, hat die Finanzmarktaufsicht nun eingegriffen und angesichts des anhaltend niedrigen Zinsniveaus reagiert. Die Reaktion der FMA dürfte den österreichischen Versicherern nicht schmecken, da diese unter anderem ihre Rückstellungen im Bereich der klassischen Lebensversicherungen stärker und schneller erhöhen sollen. Die gegenwärtige Situation auf den Kapitalmärkten mache demnach eine höhere Dotierung erforderlich. Die betreffenden Zinszusatzrückstellungen sollen dabei laut „tt.com“ gleichermaßen von den Unternehmen und Kunden jeweils zu 50 Prozent getragen werden, wodurch eine Verteilung der Last erfolgt.

Die Finanzmarktaufsicht hat es aber nicht bei der höheren Dotierung im Bereich der klassischen Lebensversicherungen belassen, sondern darüber hinaus auch noch den maximal zulässigen Garantiezinssatz gesenkt. Dieser darf aktuellen Medienberichten zufolge nicht mehr 1,5 Prozent betragen, sondern sich höchstens auf 1 Prozent belaufen. Zu hohe Versprechungen, die aufgrund der momentanen Zinssituation nicht eingehalten werden können, sollen durch diese Maßnahme vermieden werden, was wiederum dem Konsumentenschutz zugutekommt. Verbraucher sehen Lebensversicherungen schließlich in erster Linie als Sparprodukt und nicht als Risikoanlage.

Eine weitere Maßnahme, auf die die Finanzmarktaufsicht in Österreich zurückgreift, sieht strengere Informationspflichten seitens der Versicherer vor. Die Versicherungsnehmer sollen sich anhand von einheitlichen Modellrechnungen einen Eindruck von den zu erwartenden Erträgen ihrer Lebensversicherung verschaffen können und unter anderem auch im Bilde sein, was eine vorzeitige Kündigung für sie bedeuten würde.