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Negative Kreditzinsen setzen Banken unter Druck


Negativzinsen erscheinen den meisten Verbrauchern als recht neues Phänomen und sind vor allem für Sparer ein großes Ärgernis. So müssen diese für ihre Einlagen mitunter sogar noch Zinsen zahlen, anstatt welche als Rendite zu bekommen. Folglich ist es nicht verwunderlich, dass das allgemeine Interesse am klassischen Sparen sinkt. Für die Banken ist die Aussicht auf negative Kreditzinsen allerdings noch deutlich bedrohlicher, schließlich sind Kreditzinsen eine wesentliche Einnahmequelle für Kreditinstitute.

Dass negative Kreditzinsen keineswegs vollkommen abwegig und durchaus realistisch sind, hat die dänische Nordea Bank unlängst vorgemacht. Das Online-Magazin „deutsche-wirtschafts-nachrichten.de“ berichtete, dass das Institut Hypotheken mit negativer Verzinsung herausgebe. Der Druck auf die Banken wächst demnach beträchtlich.

Bank Austria nimmt Abstand von negativen Zinsen

Die Bank Austria will da allerdings nicht mitmachen und nimmt Abstand von negativen Zinsen, wie „finanzen.at“ zu berichten weiß. Demnach habe die österreichische Bank bekanntgegeben, dass sie Negativzinsen kategorisch ablehne. So soll es bei der Bank Austria keine negative Verzinsung auf Spareinlagen oder Kredite geben.

Bei der Bank Austria wird eine Weitergabe der Negativzinsen des Franken-Libor-Satzes somit ausgeschlossen, wie auf „finanzen.at“ zu lesen ist. Der Verein für Konsumenteninformation sieht in diesem Vorgehen laut „kleinezeitung.at“ jedoch einen rechtswidrigen Verstoß gegen Vereinbarungen. Demnach bereite sich der Verein darauf vor, gegen die Bank Austria zu klagen. Es sei nicht angemessen, eine Untergrenze für die Zinsen festzusetzen, während es keine Grenze nach oben gebe.

Es steht aber außer Frage, dass die gegenwärtige Zinsentwicklung eine massive Bedrohung für die Banken darstellt. Vor allem bei alten Kreditverträgen mit variabler Verzinsung ergibt sich momentan eine dramatische Situation für die Banken. Diese Finanzierungen sind stets an einen Referenzzinssatz gekoppelt. Der Kreditnehmer zahlt diesen zuzüglich eines Aufschlags. Fällt der Referenzzins jedoch unter 0 Prozent, könnte durchaus die Situation eintreten, dass der Kreditnehmer noch Geld von der Bank bekommt. Dass dieser Zustand für das Finanzsystem unhaltbar ist, versteht sich wohl von selbst.