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IWF sieht Kreditbedarf Griechenlands bei mindestens weiteren 50 Milliarden Euro


In den vergangenen Tagen hat sich die Griechenland-Krise immer weiter zugespitzt. Bislang konnte keine Einigung zwischen der griechischen Regierung und den Gläubigern erzielt werden, wodurch unter anderem das Finanzsystem des Landes zusammenzubrechen droht. Es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, wann den griechischen Banken das Bargeld ausgeht. Schon jetzt bestehen strenge Beschränkungen, die unter anderem dafür sorgen, dass die Griechen maximal 60 Euro am Tag abheben dürfen.

Am 30. Juni 2015 endete das aktuelle Hilfsprogramm, ohne dass neue Hilfen in die Wege geleitet wurden. Darüber hinaus wurde eine Kreditrate an den IWF in Höhe von rund 1,6 Milliarden Euro fällig, die Griechenland nicht fristgerecht zahlen konnte, wie „diepresse.com“ unter Berufung auf den griechischen Finanzminister Yanis Varoufakis zu berichten wusste. In einem Referendum sollen die Griechen nun am 5. Juli 2015 entscheiden, ob sie die Spar- und Reformpläne der Gläubiger akzeptieren. Ein eindeutiges Ja könnte die Basis für erneute Verhandlungen sein. Die Regierung spricht sich allerdings für ein Nein aus. Wie auf „focus.de“ zu lesen ist, soll Finanzminister Varoufakis seinen Rücktritt angekündigt haben, falls das Volk für das Sparkonzept stimmen sollte.

Griechenland braucht Milliarden-Kredite

Dass die Griechen dringend frisches Kapital brauchen, steht wohl außer Frage. Laut „spiegel.de“ geht der Internationale Währungsfonds, kurz IWF, davon aus, dass Griechenland in den kommenden Jahren weitere Milliarden-Kredite benötigt. Bis 2018 soll sich der Kredit-Bedarf auf weitere 50 Milliarden Euro belaufen. Demnach seien allein von Oktober 2015 bis Oktober 2016 rund 29 Milliarden Euro nötig. Hinsichtlich der Schuldenhöhe im Vergleich zum Bruttoinlandsprodukt geht der IWF von etwa 150 Prozent aus, was kein allzu positives Bild zeichnet. Angesichts der Tatsache, dass der Internationale Währungsfonds hinsichtlich der Tragfähigkeit bislang eine Grenze bei 117 Prozent gezogen hat, zeigt sich die Dramatik der gegenwärtigen Situation.