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IWF schließt Büro in Ungarn


Noch im Jahr 2008 war Ungarn dem Staatsbankrott nahe und daher auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Die Europäische Union und der Internationale Währungsfonds sprangen ein und stellten einen Notkredit in Höhe von sage und schreibe 20 Milliarden Euro zur Verfügung. Ungarn entging so der drohenden Pleite und konnte sich wirtschaftlich erholen, wie „n-tv.de“ berichtet. So soll es der ungarischen Wirtschaft wieder gut gehen. Dies nimmt die Nationalbank des Landes zum Anlass, die Milliardenhilfen vorzeitig zurückzuzahlen. Die Tilgung soll bis Ende des Jahres erfolgen.

Grundsätzlich ist es ein positives Zeichen, dass Ungarn sich dazu imstande fühlt, den durch den IWF und die EU 2008 bereitgestellten Notkredit früher zu tilgen. Angesichts der Tatsache, dass Ungarns Wirtschaft laut „n-tv.de“ im letzten Jahr um 1,7 Prozent sank, könnte man allerdings an der positiven Entwicklung in Ungarn zweifeln.

Konflikt mit dem IWF

Unter Berufung auf den einstigen Wirtschaftsminister und aktuellen Notenbankchef György Matolcsy berichtet „n-tv.de“, dass es der ungarischen Regierung im Zuge verschiedener Reformen gelungen sei, das Haushaltsdefizit auf unter drei Prozent zu senken. Dieser Erfolg bedeutete unter anderem Sondersteuern für Großunternehmen sowie massive Veränderungen für die Justiz und Notenbank. Die Maßnahmen der Regierung stoßen daher trotz der abnehmenden Staatsverschuldung nicht überall auf Gegenliebe.

Regierung will Unabhängigkeit von IWF

Die Regierung von Viktor Orban forderte zudem unlängst Unabhängigkeit vom Internationalen Währungsfonds. Zwischen Orban und dem IWF herrscht ohnehin ein angespanntes Verhältnis, wie auf „dradio.de“ zu lesen ist. So soll Orban nicht bereit gewesen sein, die geforderten Sparauflagen des IWF zu erfüllen. Da Ungarn den Notkredit bis Ende des Jahres tilgen werde, sei seiner Ansicht nach keine Vertretung des Internationalen Währungsfonds mehr erforderlich. Dieser reagierte umgehend und gab bekannt, dass das IWF-Büro in Budapest schließen werde. Das aktuelle Vorgehen Ungarns gleicht einem Rausschmiss des IWF und könnte mitunter als Eskalation der angespannten Situation bezeichnet werden.