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Geringe Nachfrage nach billigem Geld von der EZB


Die Europäische Zentralbank hat unlängst mal wieder für internationales Aufsehen gesorgt, indem sie den Leitzins auf ein neues Rekordtief von 0,05 Prozent senkte. Auf diese Art und Weise sollte den Märkten billiges Kapital zur Verfügung gestellt werden, was wiederum die Konjunktur befeuern sollte. Auf „wirtschaftsblatt.at“ ist nun aber zu lesen, dass nur eine geringe Nachfrage nach dem billigen Geld der EZB zu verzeichnen war.

Billiges Geld der EZB ist nicht gefragt

Im Juni 2014 soll die EZB bereits einige Finanzspritzen für das Finanzsystem beschlossen haben. Bis März 2016 soll immer wieder frisches Kapital freigegeben werden, um der restriktiven Kreditvergabe entgegenzuwirken und gleichzeitig die Liquidität der Banken zu gewährleisten. Um sicherzustellen, dass die Banken das billige Geld, das ihnen die Europäische Zentralbank zu einem äußerst geringen Zinssatz zur Verfügung stellt, auch für die Kreditvergabe nutzen, stellt die Zentralbank einige Bedingungen. So kann die Laufzeit von vier Jahren nicht in Anspruch genommen werden, wenn die Kreditvergabe dennoch stockt. In einem solchen Fall ist eine Laufzeit von nur zwei Jahren vorgesehen.

Die Ziele, die die EZB mit ihrer Geldpolitik verfolgt, sind durchaus sinnvoll, scheinen allerdings weiter in die Ferne zu rücken. Ein eindeutiges Indiz dafür ist die Tatsache, dass von den verfügbaren Mitteln gegenwärtig erst knapp 83 Milliarden Euro abgerufen wurden. Lediglich 255 Institute haben somit das Angebot der EZB bislang genutzt, wie „wirtschaftsblatt.at“ berichtet. Volkswirte waren zuvor von etwa 130 Milliarden Euro ausgegangen. Die Nachfrage nach dem billigen Geld blieb somit deutlich hinter den Erwartungen zurück, was unter anderem mit der überraschenden Senkung des Leitzinssatzes im September erklärt wurde.

Medienberichten zufolge rückt die EZB dennoch nicht von ihren Plänen ab und will bereits Mitte Dezember weiteres billiges Geld auf den Markt bringen. Wie das Finanzsystem darauf reagieren und die langfristige Entwicklung aussehen wird, bleibt somit abzuwarten.