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Gericht verpflichtet Bank zur Weitergabe von Negativzinsen an Kunden


Negativzinsen sind ein Problem, mit dem sich die Banken bereits seit einiger Zeit auseinandersetzen müssen. Für Laien ergibt sich durch eine negative Verzinsung eine vollkommen paradoxe Situation, die Finanzexperten zwar sachlich besser nachvollziehen, aber keineswegs gutheißen können. Anhand zwei einfacher Beispiele lässt sich die umgekehrte Situation, für die Negativzinsen sorgen, erläutern. Für negativ verzinstes Guthaben erhält der Anleger keine Zinsen als Rendite, sondern muss stattdessen noch Zinsen zahlen. Im Gegensatz dazu verursacht ein Kredit mit Negativzinsen keine Kosten, sondern bedeutet für den Kreditnehmer sogar noch ein Plus.

Negative Zinsen stellen die Finanzwelt somit auf den Kopf, was Unternehmen aus der Branche stark zusetzen kann. Insbesondere wenn man bedenkt, dass Kreditzinsen eine zentrale Einnahmequelle für Banken darstellen, lässt sich erahnen, wie dramatisch sich die Lage zuspitzen kann. Folglich ist es nicht verwunderlich, dass sich die Institute mit aller Kraft dagegen wehren, Negativzinsen für Kredite an ihre Kunden weiterzugeben.

Gericht fällt Urteil zur Weitergabe negativer Zinsen

Der von der Europäischen Zentralbank vorgegebene Leitzins ist maßgebend für die Zinsentwicklung in ganz Europa, denn die Banken koppeln ihre Zinssätze an den Euribor und Libor. Die anhaltende Niedrigzinspolitik der EZB bereitet daher vielen Instituten Kopfzerbrechen, denn es ist nicht auszuschließen, dass der Leitzins in den Minusbereich abrutscht. Dies wäre für die Banken fatal, da sie dann gegebenenfalls ihren Kreditnehmern noch Zinsen zahlen müssten. Um dies zu verhindern, versenden zahlreiche Banken gegenwärtig Mitteilungen an ihre Kunden, in denen sie sie darüber aufklären, dass sie einen negativen Sollzinssatz ausschließen. Dies weiß „derstandard.at“ aktuell zu berichten.

Franken-Kredite sind im Moment ein besonderes Problem für Banken in Österreich. Laut „derstandard.at“ orientiert sich die Verzinsung am Libor, der gegenwärtig unter null liegt. Im Zuge einer Klage wurden die Banken nun dazu verpflichtet, bei Fremdwährungskrediten die Negativzinsen an ihre Kunden weiterzugeben. Wie auf „fondsprofessionell.at“ zu lesen ist, erklärte das Landgericht Feldkirch die durch die Bank einseitig definierte Zinsuntergrenze für unzulässig.