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Franken-Kredite – Österreichische Konsumenten klagen gegen Banken


Noch vor einigen Monaten standen Franken-Kredite bei österreichischen Konsumenten hoch im Kurs und gehörten zu den gefragtesten Finanzierungen in Österreich. Mittlerweile gab es für viele Kreditnehmer ein böses Erwachen, denn sie glaubten, dass sich gegen das bestehende Wechselkursrisiko ausreichend abgesichert waren. Nachdem die Schweizer Nationalbank den Mindest-Wechselkurs aufhob, stürzte der Wechselkurs regelrecht ab, wie unter anderem „kurier.at“ zu berichten weiß.

Kreditnehmer, die für ihren Franken-Kredit eine sogenannte Stopp-Loss-Vereinbarung abgeschlossen hatten, blieben vorerst dennoch entspannt. Die Vereinbarung mit der Bank sollte schließlich bewirken, dass bei einem Euro-Wechselkurs unter 1,20 Franken eine Umwandlung des Kredites in Euro automatisch stattfand. Auf diese Art und Weise sollte eine zuverlässige Absicherung stattfinden. Dass diese nicht so funktionierte und eine Stopp-Loss-Vereinbarung nicht dazu geeignet ist, einen rasanten Kurssturz abzufangen, mussten nun viele Kreditnehmer am eigenen Leib erfahren.

Franken-Kreditnehmer klagen gegen Banken

Wie „kurier.at“ unter Berufung auf Thomas Hirmke vom Verein für Konsumenteninformation zu berichten weiß, sind Stopp-Loss-Vereinbarungen bekanntermaßen ungeeignet als Absicherung gegen solch massive Kursstürze. So kam es, wie es kommen müsste, die Umwandlung wurde zu spät vorgenommen, wodurch sich die Kredithöhe für die Kreditnehmer deutlich erhöht hat. Für die Betroffenen haben sich die Franken-Kredite somit als großer Alptraum entpuppt.

Die ersten Betroffenen haben Medienberichten zufolge nun Klage eingereicht und fordern von ihren Banken die Erstattung des entstandenen Schadens. Der Verein für Konsumenteninformation, kurz VKI, und die Arbeiterkammer bietet im Zuge dessen Unterstützung. Wie aus dem Bericht auf „kurier.at“ hervorgeht, betreuen AK und VKI bislang schon rund 160 Stopp-Loss-Opfer, die gegen ihre Banken vorgehen und Entschädigungen fordern. In den ersten Fällen soll dies schon gelungen sein. Gegen zwei Banken wurden Klagen eingereicht, während 36 andere Banken an einem Schlichtungsverfahren teilnehmen. Insgesamt dürften etwa 1.800 Österreicher, die sich für einen Franken-Kredit entschieden haben, zu den Stopp-Loss-Opfern gehören.