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EZB startet Kauf von Anleihen


In den vergangenen Monaten hat die Europäische Zentralbank einige Maßnahmen ergriffen, die zum Teil auf wenig Gegenliebe stoßen. Der nach wie vor extrem niedrige Leitzins, der sich auf einem Rekordtief von 0,05 Prozent befindet, hat bei einigen Experten scharfe Kritik ausgelöst. Mario Draghi und sein Team halten jedoch daran fest und haben der drohenden Inflation im Euroraum den Kampf angesagt. Wie „spiegel.de“ berichtet, startet die EZB daher den Kauf von Anleihen.

Wie zuvor angekündigt, will die Europäische Zentralbank mit dem Anleihenkauf beginnen und den Märkten auf diese Art und Weise Gelder in Milliardenhöhe zur Verfügung stellen. Es soll sich so um das größte Programm in Sachen Staatsanleihenkauf der Europäischen Zentralbank aller Zeiten handeln. Bis zum September 2016 will die EZB monatlich sage und schreibe 60 Milliarden Euro in den Kauf von Staatsanleihen investieren.

Draghi läutet neue Geldpolitik ein

Angesichts der hohen Zahlen, die das Anleihenkaufprogramm der EZB kennzeichnen, wird deutlich, dass Mario Draghi als Präsident der Europäischen Zentralbank eine neue Geldpolitik eingeläutet hat. Der Kampf gegen die drohende Deflation hat eine neue Dimension angenommen.

Der massive Anleihenkauf komplettiert den aktuellen Maßnahmen-Katalog, der vor allem den Aktienmärkten einige Rekorde beschert hat. Dazu gehört der extrem niedrige Leitzins von 0,05 Prozent, der bereits seit September 2014 gilt. Weiterhin existieren seit Juni 2014 Strafzinsen bei der EZB. Banken, die Kapital bei der Zentralbank zwischenlagern, müssen demnach Negativzinsen zahlen. Darüber hinaus widmet sich die EZB seit einigen Monaten dem Kauf von Kreditpaketen. Laut „spiegel.de“ handelt es sich dabei um Pfandbriefe und verbriefte Unternehmenskredite. Mario Draghi ist sich demnach sicher, dass die bisherigen Maßnahmen gewirkt haben und die Geldpolitik der EZB somit von Erfolg gekrönt war. Nun soll dieser ausgebaut werden, indem Staatsanleihen im großen Stil durch die Europäische Zentralbank aufgekauft werden. Ob sich auch jetzt die gewünschten Effekte einstellen, werden die kommenden Wochen und Monate zeigen.