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EZB schockt mit Senkung des Leitzinssatzes auf 0 Prozent


Mit 0,05 Prozent lag der Leitzins der EZB einige Monate auf einem absoluten Rekordtief, so dass sich das Sparen kaum noch lohnte. Wer glaubte, dass das Minimum bereits erreicht war, wurde vor wenigen Tagen eines Besseren belehrt, denn aktuellen Medienberichten zufolge senkte die EZB den Leitzinssatz noch einmal ab, wodurch dieser nun 0 Prozent beträgt. So ist auf „finanzen.net“ zu lesen, dass die in Frankfurt am Main ansässige EZB sämtliche Leitzinsen reduziert und den Hauptrefinanzierungssatz auf 0 Prozent gesenkt hat. Der Spitzenrefinanzierungssatz soll nun bei nur noch 0,25 Prozent liegen und erweist sich somit ebenfalls als extrem niedrig.

In der vergangenen Woche veranlasste Mario Draghi ein ganzes Maßnahmen-Paket, das nicht nur die Banken ins Schwitzen bringen dürfte. Abgesehen von der Senkung des Leitzinssatzes auf 0 Prozent wurde eine Erhöhung der Strafzinsen veranlasst. So beläuft sich der Zinssatz für Einlagen von Geschäftsbanken auf gegenwärtig -0,4 Prozent. Banken, die Geld bei der Europäischen Zentralbank parken, müssen somit Strafzinsen zahlen. In Kombination mit dem 0 Prozent Leitzins sollen die Institute so stärker dazu veranlasst werden, Kredite zu vergeben. Insbesondere Verbraucher, die eine Immobilienfinanzierung aufnehmen wollen, sollten die im wahrsten Sinne des Wortes günstige Gelegenheit nutzen und sich den Traum vom Eigenheim für kleines Geld verwirklichen. Laut „dasinvestment.com“ sollten Konsumenten dabei besonderen Wert auf hohe Tilgungsraten legen, um den Kredit möglichst rasch abzuzahlen.

Während Immobilienkreditnehmer von der gegenwärtigen Situation profitieren, kommt diese einer Enteignung der Sparer gleich, deren Ersparnisse praktisch nicht mehr verzinst und stattdessen nach und nach von der Inflation aufgezehrt werden.

Ein weiterer Beschluss der EZB sieht eine Erhöhung der Anleihenkäufe und somit eine noch stärkere Flutung der Märkte mit Kapital vor. Während sich der EZB-Präsident Mario Draghi überzeugt zeigt, üben europaweit Ökonomen Kritik an dem Kurs der Europäischen Zentralbank. So ist unter anderem auf „sueddeutsche.de“ zu lesen, dass Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn und weitere hochrangige Ökonomen aus Deutschland die Handlungsweise der EZB in keinster Weise nachvollziehen können und die Währungshüter ein enormes Risiko eingehen, dessen Auswirkungen noch nicht abzusehen seien.