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Europäisches Kreditregister soll alle Kreditnehmer erfassen


In den vergangenen Jahren wurden die Banken und Sparkassen immer wieder mit neuen Vorschriften und Regelungen konfrontiert, die oftmals aus Brüssel kamen und so für die gesamte Europäische Union verbindlich wurden. Aktuellen Medienberichten zufolge steht eine weitere Neuerung bevor, denn es soll ein europäisches Kreditregister geschaffen werden. Darin sollen sämtliche privaten Kreditnehmer namentlich aufgeführt werden. Laut „deutsche-wirtschafts-nachrichten.de“ sehen dies die neuen Meldewesen-Bestimmungen vor, die zum 1. Januar 2017 in Kraft treten sollen.

Zentrale Aufgabe des europäischen Kreditregisters soll die lückenlose Dokumentation und Überwachung der Kreditvergabe innerhalb der Europäischen Union sein. Das Ganze läuft unter dem Projektnamen Analytical Credit Dataset, kurz AnaCredit. Da die privaten Kreditnehmer namentlich genannt werden sollen, muss eine umfassende Personalisierung erfolgen. Beispielsweise in Österreich ist dies bislang absolut unüblich, denn bei Krediten unter 350.000 Euro werden nur anonymisierte Daten gespeichert. Dies dürfte sich durch das EU-weite Kreditregister ändern.

Europäisches Kreditregister soll in drei Phasen umgesetzt werden

Die Banken sollen so dazu verpflichtet werden, Daten ihrer Kreditgeschäfte zunächst an die nationalen Notenbanken zu übermitteln. Diese wiederum übernehmen die Weiterleitung an die Europäische Zentralbank, so dass das europäische Kreditregister entstehen kann. Ab 2017 soll die Umsetzung des Vorhabens in drei Phasen erfolgen. Schritt für Schritt werden die meldepflichtigen Gruppen erweitert, so dass ab Mitte des Jahres 2020 Kreditgeschäfte mit finanziellen Unternehmen, der öffentlichen Hand, nicht-finanziellen Unternehmen, privaten Haushalten, Einzelunternehmern und Einzelkaufleuten gemeldet werden müssen. Zu den erforderlichen Daten gehören unter anderem das jeweilige Kreditgeschäft, Angaben zum Kreditnehmer, Informationen über den Kreditgeber, die Kreditsicherung sowie die gesamten Schuldverhältnisse.

Das Projekt AnaCredit sieht dem Bericht auf „deutsche-wirtschafts-nachrichten.de“ eine Meldeschwelle für einzelne Geschäfte in Höhe von jeweils 25.000 Euro pro Kreditnehmer vor. Es besteht allerdings die Möglichkeit, dass es die EZB nicht bei dieser Meldeschwelle belässt und diese über kurz oder lang noch weiter reduziert.