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Europäische Zentralbank überrascht mit Leitzins-Senkung


Die Europäische Zentralbank ist die zentrale Institution der europäischen Geldpolitik und legt unter anderem den Leitzins fest, der für die gesamte EU von immenser Bedeutung ist. In den vergangenen Monaten lag dieser auf einem niedrigen Niveau und erst im Juni 2014 war er auf ein neues Rekordtief von 0,15 Prozent gesenkt worden, wie „focus.de“ zu berichten weiß. Nun hat die EZB eine weitere Leitzins-Senkung vorgenommen und diesen auf 0,05 Prozent reduziert. Der Leitzins hat somit ein neues historisches Tief erreicht.

Zu einem Zinssatz von nur 0,05 Prozent können sich die angeschlossenen Institute nun bei der Europäischen Zentralbank mit frischem Kapital versorgen. Die billigen Kredite dürften grundsätzlich auch die Verbraucher freuen, denn dank des niedrigen Leitzinssatzes stehen die Chancen gut, für eine äußerst günstige Finanzierung. Zentrale Intention dieser Maßnahme war aber nicht die Bereitstellung möglichst günstiger Kredite, sondern eine Verhinderung einer gefährlichen Spirale aus Deflation und sinkender Wirtschaftsleistung. Der niedrige Leitzins soll einen Beitrag dazu leisten, dieses Szenario zu verhindern und die Konjunktur im Euroraum anzukurbeln.

Für die meisten Banken und Volkswirte war die Leitzins-Senkung eine große Überraschung. Nur wenige hatten mit einem solchen Vorgehen der EZB gerechnet, so dass die Entscheidung des Gouverneursrats der EZB vollkommen unerwartet kam. Wie auf „diepresse.com“ zu lesen ist, gab EZB-Chef Mario Draghi an, dass die Entscheidung nicht einstimmig getroffen worden sei. Nichtsdestotrotz wurde der Leitzins auf 0,05 Prozent gesenkt, wodurch Sparer noch schlechtere Konditionen bei der klassischen Geldanlage erwarten können.

EZB erhöht Strafzins für Banken

Die Herabsetzung des Leitzinssatzes ist aber nicht die einzige Maßnahme, die die Europäische Zentralbank ergriffen hat. So ist den aktuellen Medienberichten zu entnehmen, dass die Notenbank Unternehmenskredite kaufen wird. Darüber hinaus wurde der Strafzins für Banken angehoben. Institute, die ihr Kapital nicht in Form von Unternehmenskrediten zur Verfügung stellen, sondern stattdessen bei der EZB anlegen, müssen fortan statt 0,1 nun 0,2 Prozent Strafzinsen zahlen.