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Europäische Zentralbank setzt ab 2015 auf mehr Transparenz


Für einige Banken, wie zum Beispiel die Bank of England, ist es schon heute eine Selbstverständlichkeit, Protokolle zu veröffentlichen. Bei der Europäischen Zentralbank war von derartigen Maßnahmen zugunsten einer höheren Transparenz bislang keine Spur, was sich ab 2015 allerdings ändern soll, wie auf „handelsblatt.com“ zu lesen ist. Demnach startet auch die EZB mit guten Vorsätzen ins neue Jahr und will künftig mehr Transparenz bieten.

EZB will Protokolle veröffentlichen

Die Europäische Zentralbank ist eine der wichtigsten Institutionen für die internationale Geldpolitik und für den Euro-Raum natürlich von besonderem Interesse. Dass das Institut unter besonderer Beobachtung steht, ist somit nicht weiter verwunderlich. Die Federal Reserve, bei der es sich um die US-amerikanische Notenbank handelt, hat bereits vor einiger Zeit mit der Veröffentlichung ihrer Protokolle begonnen und informiert die Öffentlichkeit so regelmäßig über das Abstimmungsverhalten sowie den Ablauf der Sitzungen. Auf diese Art und Weise ist die US-amerikanische Geldpolitik deutlich transparenter geworden.

Die Europäische Zentralbank will diesbezüglich nun nachlegen und ab dem kommenden Jahr transparentere Strukturen bieten. Dies teilte die EZB „handelsblatt.com“ zufolge unlängst mit und sorgte so für Furore. Jeweils einen Monat nach einer Sitzung soll das dazugehörige Protokoll der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Die erste Sitzung der Europäischen Zentralbank, bei der es um die Geldpolitik geht, ist für den 22. Januar 2015 vorgesehen, so dass die ersten Protokolle Ende Februar publik gemacht werden. Wie dem Bericht zu entnehmen ist, sollen die Veröffentlichungen auf faire Art und Weise Auskunft über die Diskussionen und Erwägungen des Rats geben. Dass die Transparenz aber auch ihre Grenzen hat, zeigt die Tatsache, dass in den öffentlichen Protokollen der EZB keine Ergebnisse von Abstimmungen zu finden sein werden. Auch was Äußerungen einzelner Ratsmitglieder angeht, hüllt sich die Europäische Zentralbank weiterhin in Schweigen. Die geplante Offensive sorgt also nur beschränkt für Transparenz bei der Europäischen Zentralbank.