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Die restriktivere Kreditvergabe in Österreich


Die weiterhin anhaltende Krise macht Unternehmen, Verbraucher und auch Banken vorsichtiger, schließlich gilt es auch in diesen schwierigen Zeiten das wirtschaftliche Überleben zu sichern. Im Zuge dessen ergibt sich nicht selten eine gewisse Diskrepanz, denn während Unternehmen auf Fremdkapital angewiesen sind, legen die Banken eine restriktivere Kreditvergabe an den Tag. Dieses Verhalten ist absolut nachvollziehbar, bereitet jedoch einigen Unternehmen Probleme, weil sie auf eine Finanzierung angewiesen sind.

Klaus Buchleitner beantwortet Fragen zur Kreditvergabe sowie zur Niedrigzinspolitik

Als Generaldirektor der Raiffeisen-Holding und der RLB NÖ-Wien ist Klaus Buchleitner der richtige Ansprechpartner in Sachen Kreditvergabe und Zinsen. Das Magazin „bauernzeitung.at“ hat ein Interview mit dem Finanzexperten geführt. Im Zuge dessen war unter anderem auch die restriktivere Kreditvergabe in Österreich Thema, die vor allem Unternehmensfinanzierungen betrifft. Buchleitner gab laut „bauernzeitung.at“ an, dass man nicht grundsätzlich von einer restriktiveren Kreditvergabe sprechen kann. Die Banken gingen zwar strenger mit Kreditanfragen um, doch wer einen soliden Businessplan vorlegen könne, habe nach wie vor gute Chancen auf eine Unternehmensfinanzierung.

Für normal wirtschaftende Unternehmen zeichne sich Klaus Buchleitner zufolge keine Kreditklemme ab. Hierbei handelt es sich somit um ein viel beschworenes Schreckgespenst, das die meisten Unternehmen verschont, sofern sie ökonomisch sinnvoll arbeiten. In einem solchen Fall dürften auch strengere Richtlinien keine Auswirkungen auf die Kreditwürdigkeit eines Unternehmens haben, wodurch dieses nach wie vor benötigte Finanzierungen erhält. Unter Berufung auf Klaus Buchleitner berichtet „bauernzeitung.at“ sogar, dass in den ersten sechs Monaten des Jahres 2013 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 3,3 Prozent mehr Kredite vergeben wurden. Von einer Kreditklemme kann in Österreich also keineswegs die Rede sein.

Niedrigzinspolitik belebt die Wirtschaft

Die Europäische Zentralbank hat den Leitzins weiterhin auf 0,5 Prozent festgesetzt und verfolgt so die Niedrigzinspolitik, die sie bereits vor einiger Zeit eingeschlagen hat. Buchleitner sieht hierin durchaus eine Chance, denn die niedrigen Zinsen erleichtern Unternehmen Investitionen, was wiederum belebend für die Wirtschaft sein kann. Gleichzeitig gilt es allerdings zu beachten, dass der Anreiz, sein Geld beispielsweise auf einem Sparbuch zu sparen recht gering ist. Viele Sparer sind so versucht, ihr Erspartes in riskantere Anlagen zu investieren, um so eine attraktive Rendite zu erhalten.