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Fremdwährungskredit


Wie der Name bereits aussagt, handelt es sich bei einem Fremdwährungskredit um einen Kredit, der in einer fremden Währung geführt wird. Der Kreditnehmer nimmt demnach keinen Kredit in seiner eigenen Währung auf, sondern erhält die vereinbarte Kreditsumme in der entsprechenden Fremdwährung. Während Verbraucher Fremdwährungskredite erst vor einigen Jahren für sich entdeckt haben, sind diese bei Unternehmen längst keine Seltenheit mehr.

Die größte Besonderheit eines Fremdwährungskredits besteht in dessen Abhängigkeit vom Wechselkurs. Kursschwankungen führen zu einer Vergrößerung oder Verkleinerung der Schuld, sodass eine solche Finanzierung stets gewissen Schwankungen unterliegt, die sich für den Kreditnehmer als vorteilhaft oder nachteilig erweisen. Um die Chancen und Risiken eines Fremdwährungskredits besser verstehen und erkennen zu können, sollten Kreditnehmer unbedingt über ein gewisses Fachwissen verfügen. Nur wer fundierte Kenntnisse bezüglich der finanzwirtschaftlichen Zusammenhänge besitzt, kann einen Fremdwährungskredit adäquat einschätzen. Laien sollten dahingegen von einem Fremdwährungskredit absehen und stattdessen einen Kredit in der eigenen Währung aufnehmen.

Fremdwährungskredite in Österreich

In Österreich erfreuen sich Fremdwährungskredite besonders großer Beliebtheit. So entfallen rund 50 Prozent aller in der EU aufgenommenen Fremdwährungskredite auf Österreich. In der Alpenrepublik selbst machen diese etwa ein Drittel des Privatkreditvolumens aus. In Sachen Fremdwährungskredit ist Österreich also ohne Zweifel Spitzenreiter.

Fremdwährungskredite werden in Österreich für gewöhnlich anders gehandhabt als in anderen Ländern. Die Tilgung erfolgt hierbei nicht nach dem üblichen Schema, denn diese Form der Finanzierung wird zumindest in Österreich üblicherweise endfällig ausgestaltet. In der Praxis bedeutet dies, dass der Kreditnehmer während der Laufzeit lediglich die Zinszahlungen leistet. Die Tilgung des Fremdwährungskredits erfolgt dann am Ende der vereinbarten Laufzeit. Für gewöhnlich erfüllen Kreditnehmer parallel einen sogenannten Ansparplan und sparen auf diese Art und Weise den endfälligen Kreditbetrag an.

Vor- und Nachteile von Fremdwährungskrediten

Auf den ersten Blick erscheint ein Fremdwährungskredit recht unpraktisch, schließlich macht dieser mitunter die Eröffnung eines zusätzlichen Kontos und einen Währungswechsel erforderlich, wodurch wiederum zusätzliche Kosten anfallen. Dieser Nachteil kann die steigende Popularität jedoch nicht bremsen. Die meisten Kreditnehmer hoffen bei einem Fremdwährungskredit auf Währungsgewinne, die sich durch Kursveränderungen zwischen der fremden und der eigenen Währung im Laufe der Zeit ergeben. So ist es durchaus möglich, dass die Schuld im Zuge von Kursschwankungen sinkt. Folglich kann man sich die Abhängigkeit eines Fremdwährungskredits von den Währungskursen durchaus zunutze machen. Steigt die Fremdwährung der eigenen Währung gegenüber, wirkt sich dies jedoch negativ aus, denn in diesem Fall steigt die Schuld.

Ein Aspekt, der für die Aufnahme eines Fremdwährungskredits spricht, sind die niedrigen Kreditzinsen, die man in der Fremdwährung erhalten kann. Kreditnehmer sollten im Vorfeld aber auch bedenken, dass diese im Falle einer variablen Verzinsung im Laufe der Zeit ansteigen können. Bevor man einen Fremdwährungskredit aufnimmt, sollte man also die Vor- und Nachteile abwägen.